inerlime

Gedanken rund ums Leben – für mich und Dich und überhaupt

Angst vor der Zukunft

4 Kommentare

Meine Lieben.

Nun erzähle ich hier in meinen Beiträge von Meditation, Mut und Erkenntnis. Mache manches davon. Und schreibe nichts, was ich nicht selber (er)lebe und versuche. Meditation zum Beispiel. Oder Training zur Gedankenkraft. Und wenn ich das mache, kann ich sagen, es geht mir gut. In den Momenten weile in einem Raum, der meins ist. Es entspricht mir. Ich kann ja dazu sagen und bin aufs tiefste überzeugt, dass darin, seine Gedanken lenken zu können, eine besondere Kraft liegt.

Und jetzt? Jetzt ist es 1.24 Uhr in der Nacht. Ich sitze auf meinem Sofa. Habe zwei Stunden im Web nach Stellen geschaut. Nicht das erste mal. Und mir ist schlecht. In den frühreren Beiträgen erwähnte ich, dass eine Änderung ansteht. Und sie steht an. So. Bald. Wie. Möglich. Nun bin ich keine Zwanzig. Ich bin 48. Leute, die mich das erste mal sehen, glauben das nicht. Weil ich jünger wirke. Und mich auch jünger fühle. Liegt vielleicht an meinem jungen Geist. Nur – zählt der auch bei der Bewerbung?

Machen wir es kurz. Ich habe Angst. Mein Magen  zieht sich zusammen. Nicht direkt. Langsam. Mit jedem Portal, das nichts vorzeigen konnte, ein bißchen mehr. Dann habe ich gegoogelt. Chancen, 48 Jahre, Arbeitsmarkt. Wisst Ihr, was da für Artikel kommen? In der Zeit? Im Focus? In der Bild? Ihr könnts ja mal machen.

Ich nenn mal die Essenz: Kaum noch Chancen. Und ich denk mir – gehts noch? Ich hab 2 Berufe. Dreißig Jahre Berufserfahrung.  TOP Zeugnisse. Ich bin fitter denn je! Kein Joungster macht mir was vor. Im Stress habe ich den Überblick. Nicht der 25jährige. So, wie es die Natur vorgesehen hat. Die Älteren haben das Wissen. Die Jungen die Kraft. Man. Ich kann kaum glauben, was ich hier schreibe. Ich BIN doch JUNG!

Grade fasst mich die Wut. Das ist gut. Dann spür ich die Angst einen Moment weniger. Aus meinen aktuellen mentalen Übungen müsste ich mir jetzt sagen, das sind alte Reaktionsmuster. Ich lese was, assoziiere – und reagiere mit Angst. Um neu damit umgehen zu können, muss ich den alten Schaltkreis durchbrechen. In dem ich meine Gedanken sofort auf ein anderes Ziel richte. Darauf, wo ich hin möchte. Nicht darauf, was mir Angst macht. Ha! Das ist gut. Aber ist das auch realistisch? Mache ich mir was vor und es geht echt den Bach runter? Bin ich ein Träumer? Man, Leute, das DARF DOCH NICHT WAHR SEIN!! Ich bin im Innen 20! Und es tut mir körperlich weh, zu sehen, wie sich im Außen alles viel zu schnell ändert! Ich wollte doch noch soviel aufbauen. Soviel schaffen. Ich dachte, ich fang grad erst richtig an.

Wie können Leute schreiben, ich gehöre zum alten Eisen? Ich bin doch grad erst mal trocken hinter den Ohren. Gefühlt leg ich meine Füße in der Straßenbahn immer noch auf die Sitze. Bin für jeden Blödsinn zu haben. Und hüpfe morgens aus der Dusche in die Jeans. Warum sehen mich die Leute im Außen anders als ich bin? Und vor allem – wie kann es sein, dass eine solche Fremdsicht MEINE beruflichen Chancen und Möglichkeiten beendet?!

Wie man wohl merkt – für mich nicht zu fassen.

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4 Kommentare zu “Angst vor der Zukunft

  1. Du brauchst eine Alternative zur schriftlichen Bewerbung. Und/oder eine schriftliche Bewerbung, die dein junges Herz, deinen jung gebliebenen Geist widerspiegelt. Ich hätte mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Hier hilft vor allem der persönliche Eindruck‽

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  2. Danke für Deinen Beitrag. Das Thema ist sicher nicht exklusiv das meine, es gibt doch soviele Menschen in meinem Alter. Wie gehst du damit um? Wie gehen die Menschen damit um? Ja, das mit der Alternative zur schriftlichen Bewerbung ist ein guter Gedanke. Es könnte Sinn machen, die Bewerbung persönlich abzugeben. Das hab ich früher schon mal gemacht und das war gut. Dazu bräuchte es dann erstmal eine Stelle, wo es Sinn macht. Früher haben die Leute gesagt, bewerbe dich auf egal was, gehen kannst du immer noch. Aber so ist es nicht. Man geht nicht. Die Einarbeitung kostet Kraft und Energie, da bleibt keine Zeit, sich parallel dann mal weiter zu bewerben. Und was passiert? Man bleibt hängen in dem Job, den man nie machen wollte. Obwohl man von Anfang an wusste, dass das nix gutes bringen wird. Den Fehler hab ich einmal gemacht. Also lern ich jetzt draus und bewerb mich nur auf was, wo ich ein gutes Gefühl hab. Bis jetzt ist mir noch nix begegnet 😦

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    • Besserer Schlusssatz und besseres Smiley: Bis jetzt ist mir noch nix begegnet. Aber ich stehe ja erst am Anfang und ich werde eine bessere Arbeit finden! 🙂 | Gehe persönlich in die Firmen, bei denen du arbeiten möchtest. Bewirb dich pro-aktiv. Ohne dass eine Stelle ausgeschrieben ist. Sage, du willst dort arbeiten und sie sollen dich anrufen, wenn etwas frei ist; gib deine Bewerbung mit Visitenkarte ab. Drücke auch der Sekretärin eine Visitenkarte in die Hand; die hat meistens den Überblick und wenn sie dich „mag“, dann denkt sich auch an dich. Hake viertel- oder halbjährlich nach. Halte dich in Erinnerung. Zeig‘ denen, dass es dir ernst ist. Zeig‘ denen, dass du Lust hast in dieser Firma zu arbeiten. | Hast du ALLE Quellen für Stellenausschreibungen angezapft? | Starte jetzt dein Projekt „Arbeitsplatzwechsel 2015“! 🙂

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  3. Liebe Inerlime,
    Mein Vater hat mit über 60 nochmal eine zweite Ausbildung angefangen, hat einen Beruf gefunden und überlegt jetzt, ab dem kommenden Jahr die dritte Sache in Angriff zu nehmen. Weil sei Herz daran hängt.
    Wenn es das Richtige ist, wenn Du dazu gemacht bist, wird sich ein Weg finden. Vielleicht nicht der klassische, vorgezeichnete, aber ein Weg, davon bin ich überzeugt (eigene Erfahrungen und so… 🙂 )
    Es ist NIE zu spät. Es kann sein, dass Du querdenken musst, dass Du Dich anders verkaufen musst (als ein Grünspecht das tut), dass Du eventuell einen Weg beschreiten musst, der zur Zeit noch weniger als ein schmaler Trampelpfad im Gebüsch ist – weil die Autobahnen so übervölkert sind… Aber hab keine Angst. Zorn (auf die Journaille) ist besser 😉
    Besteht die Möglichkeit zur Selbständigkeit für Dich?

    Alles Liebe!

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