inerlime

Gedanken rund ums Leben – für mich und Dich und überhaupt


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NICHT witzig!

Ich also auf der Beerdigung. Viele Menschen. Stehe am Rand, lehne mich an die Mauer, sehe das Foto des verstorbenen Freundes. Traurig. Mir laufen die Tränen. Und ich denke „komm, leg dir die Hände auf, wofür hast du Reiki gelernt“. Also verschränke ich unauffällig die Arme. Hände liegen auf dem Körper. Lausche der Musik. Den Gesängen der Menschen. Auf einmal merk ich den Impuls. Erinnert Ihr Euch an meinen Bericht über den Reiki-Kurs? Was passiert, wenn ich das mache? Aus unerfindlichen Gründen hör ich plötzlich eine Stimme aus der Gruppe. Sie klingt so laut. Und so … so … lustig. Ich fang an zu zucken. Denke – nein! Bloß nicht! Aber der Mann singt so laut. Und ich find das so lustig. Und während mir die Tränen laufen, muss ich auf einmal lachen. Ich denke – oh man, bloß nicht laut werden. Senke den Kopf. Schultern schütteln sich. Ergriffen ob meiner Ergriffenheit umarmt mich der Nachbar. Ich erstarre. Hand vors Gesicht, Taschentuch draufdrück. Kann mich kaum halten, die Stimme ist so lustig! Ich denke: „Herr, lass es  aufhören, sonst  flipp ich hier aus.“  Dezent versuche ich, mich aus der Umarmung zu lösen.

Denkt nicht, ich wär nicht traurig. Ich muss dazwischen nur so lachen. Jedes mal, wenn der Sänger wieder seine Stimme erhebt. Und je mehr ich mir das verbiete, um so schlimmer wird es. Bleibt nur – ablenken! Schaue nach draußen, sehe die Bäume, die Menschen, schaue auf die Mauern, atme tief durch. Versuche, mich auf alles andere zu konzentrieren. Es wirkt. Ich werd ruhiger. Halte Abstand zu allem und denke, bloß nicht hinhören. Dann ist der Gesang zu ende. Ich wisch mir die Tränen aus den Augen. Und weiß, der Verstorbene hätte seinen Spaß an mir gehabt.

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Selbstliebe – es macht einen Unterschied.

Inzwischen bin ich innerlich zur Ruhe gekommen. Wende an mir selber an, was ich all die Jahre an Wissen über Heiltechniken und Gedankenkraft gelernt habe. Richte meinen Fokus mehr auf Wohltuendes. Beginne, meine Werkzeuge zu nutzen. Zum Beispiel mit meinem Fokus auf Schönes. Es nützt ja keinem was, wenn ich wie eine Trauertüte durch die Gegend laufe. Nicht, dass ich mir die Frage des Nützens stellen würde. Es ist nur, dass meine traurigen Gedanken auch was mit mir, meinem Körper und den Folgestunden, Folgetagen machen. Das macht so keinen Sinn. Also ist es schon besser, mir auch andere Dinge in den Sinn zu holen. Denn an dem, was bereits vergangen ist, kann ich nichts mehr ändern. Auch nicht, in dem ich trauige Gedanken denke.

Wohl aber kann ich schauen, dass es mir so gut wie möglich geht und das immer ( und immer wieder) neu in den Focus bringen. Wenn ich merke, dass meine Gedanken abschweifen. Oder ich vor der Entscheidung stehe, ob ich irgendwas Weißmehliges mit Zucker oder eine Tasse Tee zu mir nehme. Ich nehm das, was mich im Innen aufbaut. Also den Tee. Mit Honig. Für die Seele 😉 Mache mir Smoothies. Dünste Gemüse. Zieh die Wärmflasche zu mir ran. Erfreu mich an der weichen Decke und zünde noch eine Kerze an. Das vermittelt schon Fülle. Und Wärme. Es ist wohlig und tut mir gut.

Vor ein paar Wochen war ich auf einem Reikiseminar. Davon hab ich nie viel gehalten. Aber nun kam es so, die Gründe zu erläutern, würde zu weit führen. Jedenfalls hab ich nun sowas wie der erste Grad und wende es täglich für mich an. Kürzlich dann ein Versuch bei einer Freundin. Es wurde warm in meinen Händen. Freundin meinte, oh, warme Hände … heiß … Dabei waren meine Hände kühl.

Oft, wenn ich nun die Hand auflege, muss ich lachen. Wenn jemand dabei ist, geht es ihm irgendwann auch so. Das kommt wohl oft vor. Es gibt Menschen, die dann weinen. Auch gut. Ich lache. Auch gern, nur halt wenig seit einiger Zeit. So wurde es dann mit der Freundin auch ein sehr lustiger Abend, wir haben noch lange nach der Anwendung so viel gelacht, dass ich gegen 24 Uhr dachte, oha, gleich klopfen die Nachbarn an die Tür.

Das alles ändert nichts daran, dass ich diese Woche zu einer Beerdigung gehe.
Aber es ändert was daran, wie ich bis dahin mit mir selbst umgehe.


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Werden die Winter dunkler?

Irgendwie ist der Winter dunkler. Als die Winter der vergangenene Jahre. Dunkler als überhaupt die letzten Jahre. Ist es das Wetter? Ist es mein Älter werden? Meine Gemütslage? Meine Müdigkeit? Oder hat es tatsächlich was damit zu tun, dass um mich herum mehr Menschen sterben?

Allein in den letzten drei Wochen zwei Menschen. Einer davon vor zwei Tagen. Ich spreche hier nicht von Alten. Nicht 100. Nicht 80. Ich spreche von jungen Menschen. Menschen, die das Leben bereits kennengelernt haben. Und doch noch so viel vor hatten. Und alle haben eine gemeinsam. Es lag eine anstrengende Zeit hinter ihnen.

Bei einem waren es existenzielle und partnerschaftliche Sorgen. Bei dem anderen war es eine Krankheit. Und ALLE waren grade auf einem besseren Weg. Grade waren sie in ruhigeres Fahrwasser gekommen. Die Firma lief. Entspannung und Ernte konnten beginnen. Die Untersuchungsergebnisse zeigten – alles gut! Und dann? Verrutscht ein Schlauch. Blutet eine Wunde. Und der Mensch stirbt unter den Händen weg.

WAS! IST! DAS?!?
DAS! IST! DOCH! NICHT! GUT! SO!

Mein Winter ist dunkler geworden.

 


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Wenn ein Freund stirbt,

ist das nicht greifbar.
tickt die Uhr weiter.
stirbt eine Welt.
leben hundert Bilder auf.
hört man ihn trotzdem lachen.
macht das Angst.
kann man ihn nicht halten.
tut es weh, dass man vorher nicht mehr mit ihm sprach.
fühlt man, dass Leben zerbrechlich ist.
schmerzt meine Brust.
war noch so viel zu sagen.

Es war noch so viel zu sagen.


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Der Marlboro-Mann ist tot

Das ist jetzt echt nicht gut. Ich mochte den Mann. Ach. Was sag ich. Heiraten wollt ich ihn!
Hab ihn als Kind so bewundert. Stark. Rauchig. Und ein Pferd (!). Ja. Man kann sagen, er hat mein Bild von Mann geprägt. Bis heute. Vielleicht war es das, was mich damals an jenem lauen Sommerabend dazu brachte, mit meiner Freundin hinter dem kleinen Wäldchen zu verschwinden, und die Kippe anzuzünden. „Du musst da dran ziehen und dann sagst Du „Huch, die Mama kommt“!“  Gebrauchsanweisung für Lungenzug. Ich: gezogen. „Huch, die Mama kommt!“ Alter, was hab ich gehustet. „Du musst das öfter machen. Dann geht das…“ Schon damals stand Mitgefühl nicht wirklich auf der Eigenschaftsliste der Freundin. Naja. Wir kommen vom Thema ab.

Marlboro-Mann. Ich hab Dich echt bewundert. Du schöner Mann.
Danke für all die Träume, die Du mir und Millionen anderen geschenkt hast.
Ruhe in Frieden.