inerlime

Gedanken rund ums Leben – für mich und Dich und überhaupt

Wenn Wege auseinander gehen

10 Kommentare

Kürzlich traf ich mich mit einem Freund. Er hat sich einem Leben ohne Ego verschrieben. Zumindest möchte er das erreichen und so arbeitet er täglich seit vielen Jahren an seiner Vervollkommnung. Die letzte Zeit war er besonders viel mit seinen Leuten zusammen. Alle dort haben dieses Ziel.

Und dann gibts da mich. Durch manche spirituelle Welt gewandelt. Und deshalb sagen könnend – ich möchte mein Ego behalten. Genau genommen bin ich froh, dass es da ist. Und ich tue, was ich kann um es zu hegen und zu pflegen 🙂

Ich muss nicht gesondert erwähnen, dass das für meinen lieben Freund eine Herausforderung darstellt. Doch die ist nicht neu und so konnten wir uns bisher gut verständigen, weil ich weiß, was er meint und er weiß, was ich meine. Bis jetzt. Nun aber habe ich gemerkt, dass unsere Wege auseinander gehen. Sein Weg in die Vervollkommnung, also das Loslösen vom Ego – bis zu einem gewissen Grad ist as für mich ok. Aber einem gewissen Punkt aber, und der startet genau da, wo ich den Ansatz höre, dass es nur eine Wahrheit gibt und da, wo es sie noch nicht gibt, halt nur Unwissenheit herrsche – da hörts bei mir auf. In meinem Denken war schon immer Platz für Parallelwelten. Wer weiß schon, was wirklich ist und Wahrheit – ist doch für jeden was anderes. So kam es dann, dass wir mehrfach aneinander gerieten. Ich gereizt durch Absolutaussagen. Er gereizt durch die Meinung meines Egos. Es macht mich traurig zu sehen, dass es nicht wirklich gut neben einander her leben kann. Das Leben von zwei Menschen. Der eine an der Loslösung vom Ego. Der andere mittendrin.

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10 Kommentare zu “Wenn Wege auseinander gehen

  1. Tragisch, aber das muss dann halt sein. Vielleicht gelangt er ja später zu der Einsicht, ein wenig zu extrem in seinen Ansichten gewesen zu sein.

    Lustigerweise ist es ja ein egoistischer Akt, daraufhin zu arbeiten, ohne Ego zu leben. Denn den Wunsch muss man ja zielstrebig und langfristig verfolgen… 😜

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  2. Die Aufgabe des Egos ist ein östliches Konzept. Es gibt ähnliche westliche Konzepte, die allerdings in der Regel vom Christentum in die Heiden-/und oder Spinner- (Esoterik-) Ecke gedrängt wurden, wo sie meiner Meinung nach ganz sicher nicht hingehören. Das Stichwort dazu heißt „Westliche Mysterientradition“, und es ist erfreulich bunt. 😀
    Hier ist ein Link dazu, wenn du ihn nicht magst, lösch ihn gern wieder. Ich halte den Ansatz für sehr seriös.
    Liebe Grüße, Christiane

    https://templeofstarlight.wordpress.com/2014/06/30/warum-ich-glaube-dass-spiritualitat-auch-materielle-effekte-hervorrufen-sollte/

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    • Hm. Der Link nicht so meins. Aber ich denke, dass Spiritualität durchaus mit der materiellen Welt zusammen geht. Gut gelenkt vermutlich sogar auf ein eine gesunde, erfolgreiche Weise.

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      • Nichts anderes wollte ich sagen. Und auch, dass es andere ernstzunehmende Möglichkeiten als „ohne Ego“ gibt (was ich persönlich wie du für einen Holzweg halte).
        Aber natürlich jede/r so, wie es ihm/ihr guttut.

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  3. Spiritualität und weltliche Ansichten sollten sich nicht ausschließen, sondern sich ergänzen. und bereichern. Ich bin u. a. studierte Anthropologin, also bis zu einem gewissen Grad auch Wissenschaftlerin, aber auf der anderen Seite bin ich auch sehr spirituell und mache entsprechende Workshops und besuche einschlägige Abende. Extreme Ansichten mag ich auch nicht, weder bei spirituellen, noch bei weltlichen Gemütern. Besonders, wenn dabei bestimmte Gruppen ausgeschlossen, verletzt oder in sonstiger Weise eingeschränkt werden. Wir sollten uns alle gegenseitig bereichern und unterstützen, um die Liebe und das Gute in der Welt zu vermehren.

    Tut mir leid, wenn dieser Freund von dir deine Ansichten so konsequent ablehnt. Dann ist es wohl Zeit, sich andere Freunde zu suchen, die besser passen.

    Liebe Grüße aus Wien,

    Caroline

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  4. Ich denke auch spirituell.. Bin doch sehr erdverbunden. Eine Spiritualität die mich von meinen Mitmenschen trennen würde, käme für mich nicht in Frage.
    Wir sind ja auf der Erde um im hier und jetzt zu wirken, d. h. das unser Dasein einen Sinn macht.
    Wir benötigen das Ego um uns vom anderen abgrenzen zu können, sonst wären wir Menschen nur ein Art Einheitsbrei. Wir Menschen sind nicht nur Fleisch und Blut, sondern auch Energiewesen die die Abgrenzung möglich macht, denn wir leben in einer polaren Welt.
    Die Ego Auflösung wäre nach meinem Verständnis nur mit dem eigenen Tod möglich, weil sich erst dann die polare Welt auflösen kann.
    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man das eigene Ego unterdrücken kann. Doch das ist in meinen Augen dann auch wieder Kampf und Kampf bedeutet immer, dass zwei Kräfte gegeneinander wirken und eine Kraft davon, ist das eigene Ego. Im Yoga nennt man das Ich-sein.
    Ich denke, dass man das Ego kontrollieren, aber nicht auflösen kann. Das Ego muss sich jeden Tag aufs neue entscheiden, ob es sich weiter zurück nimmt oder es pulsieren lässt. Dem aufgelösten Ego wäre es zum Beispiel egal, was der Partner davon hält und ob er den selben Weg geht oder auch nicht.
    Jemand der sein Ego auflöst bzw. aufgelöst hat, hat alle möglichen menschlichen Eigenschaften auch als die Seine d. h. als Teil von ihm , akzeptiert, die guten wie die schlechten, ja sogar die bösen Eigenschaften, die Menschen innewohnen.

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    • Das hast Du wunderbar beschrieben. So in der Art ist auch mein Bild dazu. „Wir benötigen das Ego um uns vom anderen abgrenzen zu können, sonst wären wir Menschen nur ein Art Einheitsbrei.“ Ja, das ist halt das, was ich meine. Eine gewisse Abrenzung ist wichtig und gesunderhaltend. Selbst die kleinste Amöbe hat eine Hülle. Und das ist wichtig. Zum Kampf – der besagte Freund führt seit vielen Jahren einen inneren Kampf und verurteilt sich auch arg dafür, dass es es noch nicht „geschafft“ hat. Ich habe ihn mal gefragt, wo auf seinem Weg die Freude wäre. Denn Freude ist für mich ein wesentlicher Maßstab dafür, ob ich auf einem gesunden guten Weg bin oder mal wieder in die falsche Richtung spaziere. Zum Glück kann ich das, sobald ich es erkenne, in jedem Moment ändern. Das ist das Geschenk des Lebens: https://inerlime.wordpress.com/2015/03/30/jetzt-jetzt-jetzt/

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  5. Hallo Inerline,

    das er es noch nicht geschafft hat, dass er kämpft ist ein Beweis dafür, dass sein Ego sich nicht einfach aus dem Körper wegbeamen lässt. 😉 … es könnte aber ausbrennen… dann wäre ihn alles egal.

    Manchmal führen wir Menschen Kämpfe auf Nebenschauplätze, weil man dem eigentlichen Kampf aus dem Weg gehen will und sich statt dessen einem Ersatzkampf stellt. Einige agieren dabei nach außen und legen sich mit Gott und der Welt an, andere wieder kämpfen gegen sich selbst. Der Weg zur Selbsterkenntnis ist verwirrend und unübersichtlich.

    Weil das Ego die Persönlichkeit aus macht und nur diese in den „Kampf“ ziehen kann und diese Persönlichkeit auch bedarf, lässt es sich nicht auslöschen, denn ich kann nicht gegen etwas kämpfen, was nicht da ist. Nur das Ego kann den Kampf führen-

    In der Polarität, in der wir leben, geht es immer um Gegensätze und dem daraus folgenden Spannungsfeld, in dem wir luns uns bewegen.. Licht gegen Dunkel, Tag gegen die Nacht, Sonne gegen den Mond, Glück gegen das Unglück, Liebe gegen Hass oder alles umgekehrt. Es würde kein Licht geben, wenn es keine Dunkelheit geben würde. Unser Ego bewegt sich in seinen Gemütszuständen zwischen diesen beiden beiden Polen. Weder die Galle, noch die Leber. noch der Magen fällen Entscheidungen, sondern unser Ego, welchem Impuls es folgen wird. Nur das Ego verfügt über eine Entscheidungsfähigkeit, etwas zu tun oder zu unterlassen, wie .zB. einer Motivation zu folgen oder doch lieber der Ablenkung zu folgen.
    Selbst die Ziele, die du in deinem Beitrag „Jetzt Jetzt jetzt“ beschreibst können unterschiedliche Ursachen haben., z.B. die Vorstellung vom eigenen Körper. Entspringt es der Eitelkeit wegen der Anerkennung von außen oder einem Geltungsbedürfnis um etwas darzustellen ? Ich glaube, wenn man die wahren Ursachen seiner Motivation erkennt, durchschaut man sein eigenes Handeln und befähigt einem, damit umzugehen und sinnvoll zu händeln.

    Der Kampf deines Freundes kann z.B. auch eine Flucht vor sich selbst sein,

    Vielleicht erinnerst du dich an die „Unendliche Geschichte“ in der es ein Tor der Wahrheit gibt. Wer dieses Tor durchschreitet und es schafft, seinem wahren ICH im Spiegel zu ertragen, der kann das Tor durchschreiten, ohne des er sich auflöst.

    Um sich als Mensch weiter entwickeln zu können, müssen wir mehr als nur ein Tor der wahrheit durchschreiten und unseren wahren Ego ins Auge zu schauen, sonst tritt man auf der Stelle seiner eigenen Entwicklung.

    Erst wenn dein Freund seine Motivation und seine Ursachen für seinen eingeschlagenen Weg erkennt und akzeptiert, wird er in seinem Leben den nächsten Schritt machen können. Manchmal bleiben Menschen in der eigenen Entwicklung auch hängen bzw. blieben in einer Stufe ihrer Entwicklung gefangen.
    LG Ostseemaus

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    • Hallo Ostseemaus, ja, ich verstehe,w as Du meinst. Zu meinem Ziel (Körper) – ich kenne die Motivation sehr genau. Sie heißt zutiefste Dankbarkeit einem Wunder gegenüber, das jede Sekunde aufs Neue mit das schönste und unbekannteste Universum im Universum dastellt – meinem Körper. Ihn in einen optimalen Zustand zu bringen, wäre für mich ein Geschenk, dass ich an das Leben, die Schöpfung, das Sein und auch mich selber mache. LG inerlime

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