inerlime

Gedanken rund ums Leben – für mich und Dich und überhaupt

Leben putzen

2 Kommentare

Die letzten Tage war ich gereizt. Nix passt. Bin ich hier, will ich dort sein. Bin ich dort, will ich nach Hause. Lieg ich in Ruhe, denk ich „Bewegung wär gesund“. Beweg ich mich, denk ich „bißchen Ruhe tät auch mal gut“. Wechseljahre. Ja. Ich denke, das sind die Wechseljahre. Dann bin ich nicht kompatibel.

Ich würd gern schreibe, dass die Anderen dann nicht mit mir klarkommen. In Wirklichkeit komm ich mit den Anderen nicht klar. Und in noch wirklicherer Wirklichkeit komm ich dann mit mir selber nicht klar. Mir passt dann einfach nix. Nix passen gemischt mit Wut und Frust. Und Schuldgefühl. So ungefähr ist das dann.

Und – zumindest die letzte Tage – find ich alle so schmutzig. Normalerweise kann ich gut mal 5 grade sein lassen. Aber zur Zeit? Gestern noch den Boden gewischt – liegt da heut schon wieder Staub. Waschbecken geputzt. Paar Stunden rum –  da sieht das schon wieder aus wie Sau. Wo ich hinschaue – nicht schön.

Am liebsten hätte ich alles rausgeschmissen. Tüte auf, rein. Mülltonne, fertig. Alles. Den gesammten Badezimmerinhalt. Und dann nur so ein, zwei Flaschen. In weiß. Sonst nix. Gestern Abend war ich bei meiner Freundin. Wurde spät, hab dort übernachtet. Und bin heute morgen um halb acht nach Hause gefahren.

Was war das schön!

Diese Stille auf den Straßen, auf der Autobahn, vorbei an Feldern, Nebelschwaden und graublauen Himmelszeichen. Die Fahrt war schon ein Geschenk. Zu Hause angekommen dann erst mal ’ne Maschine Wäsche gewaschen. Jaja. Sonntag. Ich weiß. Aber das musste sein. Wäsche waschen ist für mich so ein unausgesprochenes Abkommen mit mir selber für ‚jetzt gehts an den Hausputz“.

Ich also das gesamte Bad aussortiert, geputzt, poliert, umgeräumt. Dann die Küche. Tiefe Schränke komplett leer geräumt, 50% weggegschmissen. Sauber gemacht. Und die schönen Sachen, die ich behielt, neu eingeräumt. Sinnvoll eingeräumt. Herd und Arbeitsflächen geputzt, zwei weitere Schubladen aussortiert und aufgeräumt, dazwischen Nudeln mit Tomatensoße gekocht, gemütlich auf dem Sofa gegessen, danach weiter gemacht. Dann online eine niegelnagelneue Badezimmerausstattung in weiß bestellt, passend dazu direkt eine ganze Batterie weißer Handtücher zum Duschen, Hände abtrocknen und für Gäste. Ja, das sind drei verschiedene Größen.

Find ich schön.

Wenn die gut sind, bestell ich nochmal welche. Dann schmeiß ich alle anderen weg und habe alles an beweglichen Teilen in weiß. Wunderbar.

Und warum schreibe ich Euch das alles?

Weil ich mich jetzt besser fühle.

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2 Kommentare zu “Leben putzen

  1. Schön, dass es wieder besser geht. Liebe Grüße und guten Wochenstart Dir

    Gefällt 1 Person

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